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WILLKOMMEN IN HAMBURG!


Titelbild
Ukrainische Gast-Hörende mit ihren ukrainischen »Patinnen« und dem Team des International Office

Liebe Freund:innen der HfMT,

Das Benefizkonzert am 20. Mai im Großen Saal der Laeiszhalle müssen wir aus organisatorischen Gründen leider kurzfristig absagen. Wir möchten stattdessen die Gelegenheit nutzen, Ihnen heute unsere Gast-Hörenden aus der Ukraine vorzustellen, die im April ihr Studium an der HfMT aufgenommen haben.

Seit Kriegsbeginn am 24. Februar erleben wir auch in der HfMT eine überwältigend große und gemeinsame Welle der Hilfsbereitschaft. Ob durch finanzielle Zuschüsse zu unserem Nothilfefonds, das Anbieten von Privatquartieren, die rechtliche und organisatorische Arbeit u.a. durch das International Office, die Justiziar:innen und das Präsidialbüro der HfMT oder (allen voran!) das unermüdliche, liebevolle wie pragmatische Engagement ukrainischer Studierender hier vor Ort, die mit Übersetzungen, Vernetzungen und alltäglichen Lebenshilfen ein Ankommen unter schwierigsten Bedingungen ertragbar machen: all diese wertvollen Unternehmungen haben ermöglicht, dass zum Sommersemester rund 20 Studierende aus der Ukraine aufgenommen und verschiedenen Lehrenden zugeteilt werden konnten.

Traumatisiert, wie sie mehr und weniger sind, ist es für sie wichtig, hier im Arbeiten eine Art Normalität zu finden und ihren gewohnten Beschäftigungen nachzugehen. Sie finden Nähe in der ukrainischen Gemeinschaft, die sich hier zusammengefunden hat, aber auch bei den Familien, die sie aufgenommen haben und immer wieder grenzüberschreitend und universal verständlich über die Kunst und das gemeinsame Eintauchen in ein künstlerisches Tun.

Wir haben einige nach ihren ersten Eindrücken in Hamburg befragt:


VLADA UND OLHA

Vlada: „Jeder von uns macht eine schwierige Zeit durch und die Möglichkeit, unser gewohntes Ding zu machen, ist das Einzige, was wir jetzt haben. Bei uns arbeiten wunderbare Lehrende und Professor:innen, dafür bin ich sehr dankbar. Insbesondere Professor Smits, bei dem ich studiere, hilft mir bei der Vorbereitung des Programms für den Gesangswettbewerb. Außerdem hatte ich das Glück, in der Hochschule eine Frau zu treffen, mit der ich an derselben Schule in Odessa war, und jetzt hilft sie mir bei meinem Studium in Hamburg. Es ist viel einfacher, in einem anderen Land zu leben, wenn man dort Freunde hat. Jetzt sind alle Ukrainer wie eine große Familie.

Hamburg ist eine sehr schöne und grüne Stadt. Es gibt viel schöne Architektur, einen See mit Schwänen und vielen Gänsen, einen Fluss und einen großen Binnenhafen. Meine Heimatstadt (Odessa) ist auch sehr schön, ich vermisse sie sehr. Aber wenn ich Kastanienbäume und den Hafen sehe, bilde ich mir ein, zumindest in Gedanken zu Hause zu sein.“

Vlada Koieva (25 Jahre) kommt aus Odessa, wo sie bis jetzt an der Odessa National Music Academy Gesang/Master Oper studiert hat. Seit dem 7. April studiert sie in Hamburg bei Prof. Geert Smits.

+ + +

Olha: „Ich habe noch nicht sehr viele Kontakte und bin auch noch nicht so aktiv, aber ich fühle mich hier sicher. Neben meinem Hauptfachunterricht habe ich schon den Frauenchor der Hochschule besucht und unterhalte mich da mit den anderen Teilnehmerinnen.“

Olha Holub (22 Jahre) kommt aus Dnipro, wo sie an der Dnipro Music Academy Harfe studiert. Seit dem 11. März ist sie in Hamburg und ist privat bei einer Gastgeberin in Altona untergekommen. Ihr Harfenstudium setzt sie hier bei Isabel Moreton fort.


ANASTASIA, MILENA UND VOLODYMYR

Anastasia: „Das Studium hier ist recht intensiv. Es gibt verschiedene Workshops und viele Veranstaltungen, in denen ich ständig Neues erfahre. Mein ganzes Leben werde ich mich an meinen ersten Besuch der Elbphilharmonie erinnern: so eine große und wunderschöne Philharmonie habe ich noch niemals gesehen. Außerdem finde ich die vielen Parkanlagen in Hamburg ganz wunderbar!“

Anastasia Pelts (21 Jahre) kommt aus Ivano-Frankivsk und studiert Flöte an der Mykola Lysenko Lviv National Music Academy. Am 10. April ist sie in Hamburg angekommen. Sie wohnt zurzeit in einem Studierendenwohnheim und kann ihr Studium bei Herrn Prof. Jürgen Franz fortsetzen.

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Milena: „Für mich ist es etwas schwer, neue Kontakte zu knüpfen und ich brauche immer viel Zeit, mich an eine neue Umgebung zu gewöhnen. Daher kommuniziere ich vor allem über gemeinsame Projekte mit den anderen oder mit den Menschen, die ich noch aus der Ukraine kenne.
Einen sehr schönen Ort habe ich direkt neben der Hochschule gefunden: ich mag es, am Wasser zu sein. Die Möglichkeit, viel Zeit im Freien zu verbringen und frische Luft zu atmen ist für mich unschätzbar.“

Milena Voitsekhovska (22 Jahre) kommt aus Mykolaiv und studiert an der Odesa National Academy of Music Klavier und Orgel. Seit dem 23. März wohnt sie in Hamburg Altona und kann ihr Studium bei Prof. Caroline Weichert und Prof. Wolfgang Zerer fortführen.

+ + +

Volodymyr: „Hamburg ist eine wunderschöne Stadt mit einzigartiger Architektur und entgegenkommenden Bürger:innen. Vor allem mein Studium gefällt mir sehr gut. Ich lerne viel Neues über Gesangstechnik und erhalte viele neue Erkenntnisse über die Besonderheiten der Gesangsstilistik.
Wenn ich neben dem Studium Zeit habe, verbringe ich die Zeit mit anderen Studierenden. Wir sind alle freundlich miteinander. Jeder Tag in Hamburg ist sehr voll und bunt.“

Volodymyr Milushkin (24 Jahre) kommt aus Yuzhne (Region Odessa) und studiert dort Gesang an der Odesa National Music Academy.
Seit dem 9. April ist er in Hamburg, wo er von Prof. Geert Smits unterrichtet wird.


SERAFIM UND OLEKSANDRA

Serafim: „Ich war sehr berührt von der Art, wie wir in der Hochschule begrüßt und aufgenommen wurden und dabei mit Aufmerksamkeit, Fürsorge und Verständnis behandelt worden sind. Auch die Menschen, bei denen ich wohnen darf, verströmen eine unglaublich positive Atmosphäre.
Von dem ersten Tag meines Aufenthaltes in Hamburg habe ich mich in diese Stadt verliebt. Die unglaubliche Schönheit dieser Stadt inspiriert mich, auch wenn ich mich mit dem riesigen Angebot an kulturellem Leben auch manchmal etwas verloren fühle.
Ich bewundere meine Lehrer Gordon und Hubert. Sie sind wahre Meister und ich versuche schnell Deutsch zu lernen, um möglichst viele Kurse belegen zu können.“

Serafim Ivanov (24 Jahre) kommt aus Mykolaiv und studiert Klavier und Komposition an der Odesa National Academy of Music. Seit dem 12.3. ist er in Hamburg und lebt in einer privaten Unterkunft. Seine Lehrer hier in Hamburg sind Prof. Hubert Rutkowski und Prof. Gordon Kampe.

+ + +

Oleksandra: „Am Anfang war es sehr schwer für mich. So wie für jeden, der sein Zuhause verlassen muss, denke ich. Ich bin allen Leuten, die uns hier unterstützen sehr dankbar. Es wurde alles dafür gemacht, dass wir uns hier wie zuhause fühlen und meine Kommiliton:innen sind alle sehr freundlich, verständnisvoll und hilfsbereit, was für uns in dieser Zeit so wertvoll ist. Langsam lerne ich Deutsch und kann sogar schon einige Sätze verstehen, worüber ich natürlich sehr froh bin.
Jeder Tag hier ist für mich besonders. Jeden Tag gibt es neue Eindrücke. Dass wir Konzerte in der Elbphilharmonie kostenlos besuchen dürfen, bedeutet mir als Künstlerin viel, weil wir die Gelegenheit haben, große Meister live zu erleben. Die Eindrücke von diesen Konzerten werden für immer in unseren Herzen bleiben.“

Oleksandra Holub (20 Jahre) kommt aus Volnovakha in der Region Donetsk und studiert ihr Fach Klavier am Kyiv Municipal Academy of Music.
Sie ist am 7. März nach Hamburg gekommen, wo sie bei einer Gastfamilie in Eilbek wohnen kann. Für die Zeit ihres Aufenthaltes kann sie bei Julia Bochkovskaya weiterstudieren.


ANASTASIIA, OLEH UND DARIIA

Anastasiia: „Mein Onkel arbeitet in Erfurt und ich kam Anfang März zu ihm. Ich mag kleine Städte sehr und wollte erst gar nicht nach Hamburg, weil ich hier niemanden kenne und dachte, dass es hier sehr kalt sei. Aber dann war ich sehr überrascht. Ich wurde von einer unglaublich netten, deutschen Familie aufgenommen und spüre sehr viel Unterstützung. Und obwohl Hamburg eine Großstadt ist, findet man hier immer ein gemütliches Plätzchen, wo man alleine sein kann.
Ich glaube an die Kraft der Kunst und besonders an die Kraft der Musik und freue mich sehr, dass ich hier studieren und mich beruflich weiterentwickeln kann.“

Anastasiia Trubaieva (23 Jahre) kommt aus, wo sie Gesang an der Kharkiv National Kotlyarevsky University of Arts studiert. Seit dem 11. April wohnt sie in Hamburg bei einer Familie und studiert bei Prof. Carolin Grace James.

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Oleh: „In Hamburg habe ich schon einige Kontakte zu meinen Kommiliton:innen. Die Stadt ist sehr schön und insbesondere die alten Gebäude beindrucken mich sehr.“

Oleh Kytskai (18 Jahre) kommt aus Ternopil und studiert am Solomiya Krushelnytska Music College Violine. Seit dem 10. April ist er in Hamburg, wo er von privaten Gastgebern in Uhlenhorst aufgenommen wurde. Er studiert derzeit bei Prof. Tanja Becker-Bender.

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Dariia: „Ich habe Freund:innen hier in Hamburg, die mich unterstützen. Wir gehen zusammen spazieren und besuchen Konzerte. Alle Gaststudierende, die aus der Ukraine gekommen sind, sind sehr gute Musiker. Es macht uns Spaß, die unterschiedlichen musikalischen Momente und fachlichen Eindrücke miteinander zu teilen und uns darüber auszutauschen.
Mit den Professor:innen ist es ganz toll und ich bin dafür sehr dankbar, weil sie nicht nur auf unheimlich hohem Niveau arbeiten, sondern auch sehr nett sind.
Ich mag auch die Stadt selbst, seine Architektur und unglaubliche Atmosphäre.“

Dariia Savchenko (21 Jahre) kommt aus Winnyzja und studiert Klavier an der Kyiv Municipal Academy of Music studiert. Seit dem 7. März lebt sie in Hamburg bei einer Gastfamilie in Wandsbek. Ihr Studium kann sie bei Prof. Hubert Rutkowski fortsetzen.


OLEKSII UND OLENA

Oliksii: „Da ich von Anbeginn in zwei verschiedene Projekte involviert war, hatte ich sehr viel Arbeit und kam noch gar nicht dazu, mich in Hamburg richtig umzuschauen. Ich war auch direkt in der Woche der Neuen Musik sehr eingespannt.
Der Unterricht bei meinem Lehrer Gordon ist sehr frei und ich würde die wöchentlichen Stunden als eine Art freie Diskussion über Leben, Musik und Kultur beschreiben, was sehr gut zu mir passt.“

Oleksii Nikolaiev (20 Jahre) kommt aus Kiew. Er ist am 10. April aus der Ukraine nach Hamburg gekommen, wo er sein Studium der Multimedia Komposition bei Prof. Gordon Kampe aufnehmen konnte.

+ + +

Olena: „Wegen des Krieges und der Lage in meiner Heimat konnte ich erst letzte Woche nach Hamburg kommen, sodass ich mein Studium noch nicht vollständig begonnen habe, aber ich habe schon jetzt eine Menge guter Eindrücke bekommen und meine Gastfamilie ist unglaublich nett.
Einen besonderen Eindruck haben bei mir die alten Orgeln hinterlassen, die ich schon jetzt in den Hamburger Kirchen gesehen habe. Es war so, als ob hier vor Kurzem noch Johann Sebastian Bach oder Dieterich Buxtehude waren. Diese unglaubliche Atmosphäre inspiriert und motiviert mich sehr. Ich bin der Stadt Hamburg und der HfMT überaus dankbar.“

Olena Malynovska (24 Jahre) kommt aus Dnipro und hat an der dortigen Dnipro Music Academy Orgel studiert, bevor sie am 2. Mai nach Hamburg kam, um ihr Studium bei Prof. Wolfgang Zerer aufzunehmen.
Olena wohnt bei einer Familie in Hamburg Hausbruch.


VIKTORIA UND NATALIIA

Viktoria: „Ich wohne bei einer unglaublich netten Gastfamilie neben dem Stadtpark. Sofort haben wir eine gemeinsame Sprache und gute Stimmung gefunden. Mit der Wohnungsgeberin fahre ich oft zusammen Fahrrad und mit dem Mann führe ich oft Diskurse bezüglich der Gegenwart.

Ich mag Menschen und spreche immer gerne mit den Leuten. Dadurch verbessere ich auch hoffentlich schnell meine Deutschkenntnisse.
Alle meinen Kommiliton:innen sind unglaublich nett, und unterstützen mich bei Bedarf mit einem sensiblen Gespräch. Seit dem Anfang des Krieges sind sie die ersten Leute, mit welchen ich so ganz offen sprechen kann. Ich bin ihnen für diese Unterstützung sehr dankbar.“

Viktoria Holenok (21 Jahre) kommt aus Zaporizhzhia, wo sie an der Nationalen P.I. Tschajkovskyj Musikakademie in Kiew Regie studiert hat.
Seit dem 9. April ist sie bei einer Gastfamilie untergekommen und kann an der HfMT ihr Studium bei Maximilian von Mayenburg fortsetzen.

+ + +

Nataliia: „Ich fühle mich gut hier und finde alles sehr interessant. Die Kontakte hier zu den Menschen sind mir sehr wichtig. Wir verbringen viel Zeit zusammen und kommunizieren auch viel über die sozialen Netzwerke miteinander.“

Nataliia Lykhoshvai (20 Jahre) kommt aus Poltava und studiert Violoncello an der Kyiv Municipal Academy of Music. Seit dem 18. März lebt sie in Hamburg, wo sie ihr Studium bei Prof. Tanja Tetzlaff aufgenommen hat.

+ + +

Liebe Leser:innen, mit diesem kleinen Einblick möchten wir Ihnen unseren Dank für Ihr treues Interesse sowie Ihr Engagement aussprechen und Sie gleichzeitig ermuntern, weiterhin unterstützend zur Seite zu stehen, unsere Aktivitäten zu verfolgen und unseren Nothilfefonds stetig zu befüllen. Denn dies ermöglicht uns, auch in Zukunft effektive und unkomplizierte Hilfe leisten zu können.

Herzlichsten Dank!
Ihre HfMT


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