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Publikumspreis für Niyousha Azari

Wir gratulieren Niyousha Azari sehr herzlich zum Publikumspreis des Körberstudios 2026! Das Festival gilt als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum. Mit PostHarām gelingt Niyousha Azari ein feinfühlig erzählter und vielschichtiger Theaterabend über die Lebensrealitäten islamischer Frauen in zeitgenössischen arabischen Gesellschaften.
Klug verwebt Azari die Erfahrungsberichte junger Frauen, die sich in muslimisch-patriarchalen Strukturen behaupten müssen und mit Gewalt, tradierten Rollenbildern oder Zwangsheirat konfrontiert sind. Der starke Text von Malak Jayeola Aderounmu, getragen von einem sensiblen Regie- und Dramaturgiekonzept, macht das Geschichtenerzählen selbst, das eine zentrale arabische Tradition ist, zum Thema.
Durch die Unaufgebrachtheit der Figuren, die ihre Geschichten teilen, und die eindringliche Arbeit eines gut eingespielten und authentisch wirkenden Ensembles entsteht ein Abend, der Hoffnung formuliert. Letztlich ist es die Stärke der Frauen, die aufzeigt, dass keine Religion, kein Mann und kein gesellschaftlicher Umstand ihnen ihre Würde nehmen kann.
Wir freuen uns auf die nächste Inszenierung von Niyousha Azari am Freitag, den 26.6. um 18.00 und am Sonntag, den 28.6. um 15.00 Uhr im Thalia Theater in der Gaußstraße.
zurück„che contrasto d’affetti“– Ambivalenz und Ambiguität als Themenschwerpunkt der druckfrischen zwoelf-Ausgabe Nr. 38 des Sommersemesters 2026
Schwankend zwischen Liebe und Hass gebenüber dem schillernden Scheusal namens Don Giovanni singt Donna Elvira vor ihre Arie „Mi tradì“ in Mozarts „Oper aller Opern“ ein vor innerer Anspannung berstendes Rezitativ. In ihm heißt es: „che contrasto d’affetti in sen ti nasce!“ Ein krasser Widerstreit der Gefühle wütet in ihr. Dieses in einer einzigen menschlichen Brust tobende psychologisch Mehrdeutige lässt sich indes auch in größeren Zusammenhängen wiederentdecken, nicht zuletzt in der Beschäftigung mit Musik und Theater. Immer wieder entsteht erst aus Reibungen das Relevanteste. Deshalb ist es angesichts unserer komplexen Gegenwart kein Zufall, dass sich diese Ausgabe der zwoelf, unsere Nr. 38, einem Begriffspaar widmet, das Spannungen und Mehrdeutigkeiten besonders präzise beschreibt: Ambivalenz und Ambiguität. Beide Phänomene spielen in den Künsten eine zentrale Rolle. Sie zeigen eine besondere Stärke künstlerischer Ausdrucksformen: die Fähigkeit, Erfahrungen zu ermöglichen, die sich nicht auf eine einzige Perspektive reduzieren lassen.
Über die Potenziale des Mehrdeutigen berichtet diese Ausgabe der Hochschulzeitung zwoelf als Schwerpunkt in ihrem Thementeil. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre der zwoelf Nr. 38, die gratis zum Mitnehmen in den Foyers der HfMT bereitliegt.
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